ADAC Northern Europe Cup 2016: Eine erste Bilanz

9.6.2016 München. Der ADAC Northern Europe Cup (NEC) wurde 2016 ins Leben gerufen und sorgte bereits für viel Rennaction. Nach dem Saisonstart mit zwei Rennen im Rahmen der britischen Superbike Meisterschaft in Silverstone, Großbritannien, folgte ein spannendes Rennen zur World Superbike im niederländischen Assen, bevor die Piloten der Standard- und der Grand-Prix-Klasse auf dem Lausitzring weiter hart um die besten Plätze kämpften.

Die bei Fahrern, Teams und Fans beliebte Serie setzt sich im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring vom 15. bis 17. Juli fort, bevor zwei weitere Rennen zur World Endurance Championship in der Motorsport Arena Oschersleben, ein Lauf in Hockenheim und zwei finale Rennen erneut im Rahmen der britischen Superbike Meisterschaft in Assen ausgetragen werden. Doch bevor es weitergeht, ziehen die besten drei Fahrer der Standard- und der GP-Klasse nach vier von zehn gefahrenen Rennen 2016 zum ersten Mal Bilanz.

Meggle will die Standard-Führung verteidigen

Mit zwei zweiten Plätzen, einem dritten Rang und einem Sieg auf dem Lausitzring hat Matthias Meggle (15, GER) bisher 81 Punkte gesammelt und ist damit Führender der Standard-Klasse. „Bis jetzt bin ich mit meiner Saison sehr zufrieden, da ich die Meisterschaft im ADAC NEC anführe“, erklärt der ehrgeizige Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, bevor er ergänzt: „Trotzdem habe ich in Silverstone und in Assen auch schon zwei Siege liegen lassen, was mich ziemlich geärgert hat.“

Um seine Frustration loszuwerden und noch einen Zahn zuzulegen, hat Meggle bereits einen genauen Plan. „Ich muss einfach insgesamt noch etwas schneller werden, damit ich bei den nächsten Rennen immer ganz vorne dabei bin“, verrät er mit Blick auf die zukünftigen Rennen 2016, die auf dem Sachsenring, in Oschersleben, Hockenheim und Assen stattfinden.

Sein Verfolger Oliver König (14, CZE) will dagegen alles geben, um Meggle an der Spitze abzulösen. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich in vier Rennen vier Mal aufs Podium fahren konnte“, erklärt der junge Tscheche, der in der hart umkämpften Kategorie bisher zwei dritte Plätze, einen Sieg und einen siebten Rang einfahren konnte und mit insgesamt 66 Punkten hinter Meggle auf Platz zwei der Gesamtwertung liegt.

„Mit dem Rennen in Assen bin ich nicht ganz zufrieden, denn dort haben wir am Motorrad etwas falsch gemacht, wodurch meine Honda nicht richtig lief. Platz zwei in der Gesamtwertung ist dennoch richtig gut und ist nach vier Rennen ein Ergebnis, das ich nicht erwartet hätte“, fährt König fort. „Auf dem Sachsenring möchte ich wieder ganz vorne dabei sein und mich in den Duellen, die wir uns regelmäßig liefern, noch etwas besser durchsetzen“, nimmt er sich vor.

Dirk Geiger (13, GER) ist amtierender Champion im ADAC Junior Cup powered by KTM und fährt 2016 zum ersten Mal mit einer Moto3-Maschine. „Mit meinem ersten Rennen in Silverstone bin ich nicht wirklich zufrieden, weil ich einfach zu sicher gefahren bin und absolut kein Risiko eingegangen bin“, reflektiert der ADAC Nachwuchs-Motorsportler des Jahres 2015. Seinen neunten Platz im Auftaktrennen konnte Geiger jedoch schnell steigern. Denn schon im zweiten Lauf fuhr er als Vierter ins Ziel und toppte dieses Ergebnis noch mit zwei Podestplätzen.

„Im zweiten Lauf lief es schon viel besser. In Assen hatte ich ein richtig gutes Gefühl zum Bike und war sehr glücklich über den zweiten Platz. Auch auf dem Lausitzring fuhr ich ein gutes Rennen, wurde von Training zu Training besser und fühlte mich im Rennen einfach richtig stark“, beschreibt der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, der in den kommenden Rennen konstant in der Spitzengruppe fahren und so weit vorn wie nur möglich landen will und momentan mit 60 Punkten auf Gesamtrang drei liegt.

GP-Klasse: Dubbink vs. Georgi

In der GP-Kategorie führt Ernst Dubbink (27, NED) die Tabelle nach den ersten vier von zehn Rennen mit 78 Punkten an. „Das erste Rennen der Saison fand in Silverstone statt und war direkt das schwierigste von allen, denn ich bin dort noch nie zuvor gefahren. Aber im zweiten Rennen auf der gleichen Strecke habe ich härter gepusht und wurde Zweiter“, erklärt Dubbink, der das erste Saisonrennen als Vierter beendete.

„Nach Silverstone hatten wir bei der WSBK in Assen quasi ein Heimrennen“, fährt der Niederländer fort. „Ich bin das ganze Wochenende stark und konstant gefahren und lag deutlich vor den anderen Fahrern.“ Dubbink konnte auf seiner Heimstrecke gewinnen, einer seiner Hauptkonkurrenten, Tim Georgi (16, GER) war jedoch nicht vor Ort. „Auf dem Lausitzring wurde ich dann Zweiter hinter Tim und verlor fünf Punkte in der Gesamtwertung“, schildert Dubbink.

Vor dem Saisonhöhepunkt auf dem Sachsenring liegt der erfahrene Niederländer nur drei Punkte vor Georgi in der Gesamtwertung. „Ich werde dort alles tun, um diesen Vorteil zu halten“, verspricht er. Doch Georgi hat Anderes im Sinn. „Mein Ziel ist es, mich stetig zu steigern und auf dem Sachsenring zu gewinnen“, verrät der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport.

Jedes ADAC NEC-Rennen, in das Georgi startete, konnte er bisher für sich entscheiden. Zur zweiten Runde in Assen trat er Berliner nicht an, da er parallel auch die Junioren-Weltmeisterschaft bestreitet und zur gleichen Zeit in Spanien verpflichtet war. „Ich kann ganz zufrieden sein, denke ich“, sagt Georgi, der vor der MotoGP-Kulisse auf dem Sachsenring besonders glänzen will.

Auf Position drei der Gesamtwertung der GP-Klasse des ADAC NEC liegt Jason Dupasquier (14, SUI), der bisher mit drei Podestplätzen überraschen konnte. „Ich hoffe, dass ich auch weiterhin so gute Ergebnisse einfahren kann“, erklärt der Aufsteiger aus dem ADAC Junior Cup powered by KTM. „Vor dem Sachsenring werde ich hart trainieren, um dort perfekt vorbereitet anzukommen“, verspricht Dupasquier zu Abschluss.