Mit dem Oldtimer in den Frühling

15.3.2019. Tipps zum Start in die Oldtimer-Saison.

Die erste Frühlingssonne lockt auch die Oldtimer wieder auf die Straße. Vor den ersten Kilometern nach dem Winter sollten Oldtimer-Besitzer ihre klassischen Automobile und Motorräder gezielt auf die erste Tour vorbereiten. Der ADAC zeigt, worauf es bei der Frühlingskur für Klassiker ankommt.

Batterie: Beim (Wieder-)Einbau der Batterie ist stets darauf zu achten, dass zuerst die Klemme des Plus- und dann die des Minuspols angeschlossen wird. Sobald die Fahrzeugelektrik aktiv ist, sollten sämtliche Funktionen überprüft werden. Bereits eine leichte Korrosionsentwicklung an Steckverbindungen und Sicherungen kann für einen überraschenden Blackout sorgen. Sind Verschlussstopfen vorhanden, muss geprüft werden, ob destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss.

Motoröl, Kühlwasser und Reifendruck: Die Überprüfung von Motoröl- und Kühlwasserstand ist vor der ersten Fahrt Pflicht. Sind die Füllstände zu niedrig, müssen sie sofort entsprechend der Vorgaben korrigiert werden. Hat das Fahrzeug ungewöhnlich viel Flüssigkeit verloren, sollten Leitungen und Dichtungen umgehend geprüft und gegebenenfalls entsprechend instandgesetzt werden. Ein Blick unter das Auto gibt oft den ersten Hinweis auf ein Leck, mögliche Schäden können so schneller lokalisiert werden. Selbstverständlich sollte auch der Luftdruck überprüft werden, um mögliche Schäden an Reifen und Karosserie zu vermeiden.

Motorstart: Bereits vor dem ersten Motorstart sollten die Kraftstoffschläuche begutachtet werden. Brüchige oder aufgequollene Stellen bergen eine enorme Brandgefahr, defekte Teile müssen umgehend ersetzt werden. Weist keines der Bauteile sichtbare Beschädigungen auf, sollte der Motor spätestens nach zwei bis drei Startversuchen anspringen. Startet der Motor nicht oder geht er auch nach üblicher Warmlaufzeit nicht in einen ruhigen Motorlauf über, sollte die Maschine nicht unnötig strapaziert werden. Weitere Startversuche sind zu vermeiden, denn unverbrannter Kraftstoff kann Schäden verursachen. Das gilt vor allem für Fahrzeuge mit Abgasreinigung, es droht zum Beispiel ein Katalysatorschaden.

Bremsen: Besondere Vorsicht gilt bei den ersten Bremsmanövern der Saison. Die Bremse wirkt möglicherweise ungewohnt. Flugrost auf den Bremsscheiben und in den Bremstrommeln muss sich durch behutsames Anbremsen zunächst abschleifen. Abrupte Bremsungen schaden dem kalten Material und sollten deshalb dringend vermieden werden.

Reinigung: Vor der ersten Ausfahrt sollte genügend Zeit für eine gründliche Reinigung des Fahrzeugs bleiben. Dabei ist besonders auf eine klare Sicht durch alle Scheiben und in den Rückspiegeln zu achten. Scheibenwischerblätter altern auch dann, wenn sie nicht benutzt werden. Der ADAC rät daher, deren Beschaffenheit vor der ersten Tour durch den Regen zu überprüfen und sie gegebenenfalls zu ersetzen.

Um Schimmel zu vermeiden, sollten Bodenbeläge aus Innen- und Kofferraum ohnehin entfernt werden, ehe dem Klassiker eine längere Standzeit bevorsteht. Darüber hinaus sollten auch die schwer zugänglichen Bereiche des Fahrzeugs auf Feuchtigkeit überprüft werden, eine Inspektion der Karosserie schadet nicht. Durch hohe Luftfeuchtigkeit bildet sich nach einer Weile auch hier unter Umständen Rost, der möglichst umgehend behandelt werden sollte.

Abschließend empfiehlt der ADAC, einen Blick auf die HU-Plakette zu werfen, um die Fälligkeit der nächsten Hauptuntersuchung zu überprüfen. Umfassende Informationen zur Oldtimer-Instandhaltung bietet der ADAC Oldtimer-Ratgeber. Dieser ist für ADAC-Mitglieder kostenlos in allen ADAC-Geschäftsstellen erhältlich oder online zum Download unter adac.de/klassik.