Paul Eames seit 20 Jahren für Nissan im Einsatz

13.6.2016. Manche behaupten, zum Frühstück verspeise er einen ganzen Micra und schlafe nachts im Fahrwerk des GT-R. Alles was wir wissen, ist: Er heißt Paul Eames und arbeitet als europäischer Top-Testfahrer für Nissan. Zum Start der neuen Staffel der BBC-Fernsehshow Top Gear hat Nissan seine Identität enthüllt. Er ist für Nissan das, was für die TV-Sendung der geheimnisvolle Rennfahrer „The Stig“ ist.

In dem Team, das jedes neu entwickelte Nissan Fahrzeug in fahrdynamischer Hinsicht fit für europäische Straßen macht, spielt Paul eine Schlüsselrolle. Er ist einer von nur vier Fahrern außerhalb Japans, denen Nissan die höchste Fahrerqualifikation erteilt hat, und hat zahllose Runden auf den Teststrecken des Unternehmens in aller Welt absolviert.

Mit seinen 20 Jahren Erfahrung bei Nissan weiß Paul instinktiv, ob das Fahrwerk eines neuen Autos die ideale Balance aus Dynamik und Komfort erreicht. Und obwohl er hinter dem Lenkrad geradezu übermenschliche Qualitäten beweist, hat er auch das Talent, sich in die Gedanken der Kunden hineinzuversetzen.

Beim neuen GT-R, der diesen Sommer auf den Markt kommt, ging es darum, ihn bis in extreme Bereiche hinein so aufregend, griffig und stabil wie möglich zu machen, erläutert Paul: „Denn genau das ist es, was ein GT-R Fahrer will.“

Für Nissan Bestseller wie die Crossover Qashqai und Juke gelten natürlich ganz andere Regeln. „Diese Autos müssen so agil, stabil und sicher wie möglich sein und gleichzeitig Komfort und eine gewisse Geschmeidigkeit bieten“, weiß Paul, der seine Autokarriere in den 80er Jahren als Techniker begann. Heute ist es weniger seine Aufgabe, auf den Rennstrecken noch einmal ein paar Zehntelsekunden herauszuholen – wenngleich er darin wirklich sehr gut ist. Es geht eher darum, das Fahrverhalten von Nissan Kunden im echten Leben zu reproduzieren.

„Für Nissan kommt es einzig und allein auf die Qualität des Fahrerlebnisses an. Ich fahre daher mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, in verschiedenen Positionen, Bordsteine rauf und runter, über holprige Straßen, auf Autobahnen und in dichtem Stop-and-Go-Verkehr. Nur dann kann ich die wahren fahrdynamischen Eigenschaften eines Fahrzeugs beurteilen und sicherstellen, dass es genau das Richtige für den Kunden ist.“

Pauls Aufgabe ist deshalb so komplex, weil Nissan Fahrzeuge für viele verschiedene europäische Märkte mit jeweils unterschiedlichen Straßenbedingungen entwickelt. Was in einem Land funktioniert, geht in einem anderen womöglich nicht. Daher ist Paul auf dem ganzen Kontinent unterwegs und testet sowohl in der Nähe des Nördlichen Polarkreises als auch in der Hitze Spaniens.

Derzeit arbeitet der Testfahrer eng mit den Nissan Ingenieuren zusammen, die für den Bereich Autonomes Fahren zuständig sind. Gemeinsam verfeinern sie die Technologie für die europäischen Kunden. Nissan etabliert sich gerade als einer der weltweit führenden Hersteller in diesem Bereich; das halbautonome Fahrsystem „ProPilot“ wird im kommenden Jahr im Nissan Qashqai debütieren.

„Beim autonomen Fahren geht es darum, dem Fahrer mehr Kontrolle zu ermöglichen“, erläutert Paul. „Es geht darum, die schönen Dinge des Autofahrens zu bewahren, einige der weniger angenehmen zu beseitigen und die Sicherheit zu erhöhen. Diese Technologie ist für mich und das ganze Entwicklungsteam von Nissan Europe extrem spannend, weil wir uns hier an vorderster Front eines riesigen Wandels in der Automobilindustrie bewegen.“