Volkswagen schließt strategische Partnerschaften zur Industrialisierung der Batterietechnologie

8.12.2021. Der Volkswagen Konzern hat drei weitere strategische Partnerschaften geschlossen und seine Position im Bereich Batterie damit gestärkt. Die neuen Partner sind der führende Materialtechnologie-Konzern Umicore, der Batteriespezialist 24M Technologies und das Cleantech-Unternehmen Vulcan Energy Resources Ltd.

Die Partnerschaften sind zwar voneinander unabhängig, dienen jedoch einem gemeinsamen Ziel: Der Industrialisierung der Batterietechnologie und der Großserienproduktion von noch nachhaltigeren, innovativen Batterien. Der Volkswagen Konzern setzt seine Technologie-Roadmap für die Eigenentwicklung und Eigenfertigung von Batteriezellen konsequent um, die er im Rahmen des Power Days im Frühjahr vorgestellt hat. Allein in Europa plant der Konzern bis 2030 den Bau von sechs Gigafabriken.

Thomas Schmall, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG für den Geschäftsbereich Technik und CEO von Volkswagen Group Components: „Volkswagen setzt seine Batteriestrategie sehr konsequent und mit hohem Tempo um. Die Einheitszelle von Volkswagen muss in puncto Leistung, Kosten und Nachhaltigkeit von Anfang an überzeugen. Mit unseren neuen Partnern kommen wir diesem Ziel einen weiteren Schritt näher. Gemeinsam gehen wir die zentralen Bereiche der Batterie-Wertschöpfungskette an und entwickeln Spitzentechnologien.“

Joint Venture mit Umicore

Die Volkswagen AG und Umicore, ein führender Hersteller von Materialien für saubere Mobilität, planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das die europäischen Zellfabriken der Volkswagen AG mit Kathodenmaterial beliefern soll. Nach dem Entschluss zur Eigenfertigung der Einheitszellen im großen Maßstab ist dies für die Volkswagen AG der nächste logische Schritt zur vertikalen Integration der Lieferkette.

Die Produktion soll 2025 mit einer anfänglichen Kapazität von 20 Gigawattstunden für die Versorgung der Volkswagen Gigafabrik Salzgitter starten und danach schrittweise erhöht werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 160 Gigawattstunden angestrebt, was dem Bedarf für den Bau von rund 2,2 Millionen Elektroautos entspricht.

Eine wichtige Säule ist hierbei der Aufbau einer langfristigen Partnerschaft, die unter anderem gemeinsame Investitionen und einen gemeinsamen Handlungsrahmen für die Entwicklung von Technologien der nächsten Generation umfasst. Darüber hinaus zielt das Joint Venture auf den gemeinsamen Aufbau von Produktionskapazitäten für Vorstufen- und Kathodenmaterial in Europa sowie die nachhaltige Sicherung von Rohstoffkapazitäten aus verantwortungsvollen Quellen zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dies schließt auch Kostenoptimierungsmaßnahmen und die Effizienzsteigerung der Produktionsprozesse ein.

(Quelle: Volkswagen AG)

Mathias Miedreich, CEO von Umicore: „Wir freuen uns, Volkswagen als langfristiger Partner bei der Umsetzung seiner ehrgeizigen Elektrostrategie in Europa zu unterstützen und unser langjähriges und bewährtes Know-how bei Materialien für Batterien in dieses einzigartige Joint Venture einzubringen. In Sachen Technologie, Innovationskraft und industriellem Know-how ergänzen wir uns optimal. Wir schaffen damit ein starkes Umfeld für die Entwicklung von Batteriematerial-Technologien der nächsten Generation und sichern uns einen beträchtlichen Vorsprung in diesem schnell wachsenden Markt.”

Alle geplanten Maßnahmen und Prozesse stehen unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und Erfüllung vertraglicher Bedingungen. Gleichzeitig streben die Volkswagen AG und Umicore an, zu einem späteren Zeitpunkt auch Teile der Veredelung und des Recyclings in das Gemeinschaftsunternehmen einzubeziehen.

Das Joint Venture unterstützt die Volkswagen AG beim Aufbau einer europäischen Batterie-Lieferkette und setzt ein starkes Signal für die Etablierung zukunftsweisender Batteriezelltechnologien in Europa.

Beteiligung an 24M Technologies, Inc.

Um modernste Produktionstechnologien für Zellfabriken zu entwickeln, beteiligt sich die Volkswagen AG an dem im US-amerikanischen Cambridge ansässigen Batterie-Start-up 24M, einem Spin-off des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ziel ist es, die 24M-Technologie – ein Semi-Solid-Prozess, der eine Verbesserung gegenüber dem Trockenbeschichtungsverfahren darstellt – auf dem Gebiet von Elektrofahrzeugbatterien zu industrialisieren.

Perspektivisch soll durch reduzierten Materialeinsatz sowie Wegfall mehrerer Schritte des herkömmlichen Produktionsprozesses eine erhebliche Kostenoptimierung in derBatterieproduktion erreicht werden. Dazu wird eine neue Tochtergesellschaft von Volkswagen die Technologie auf der Grundlage von Patentrechten von 24M für Automobilanwendungen weiterentwickeln und skalieren.

„Die Mission von 24M ist die Entwicklung einer besseren, sauberen Zukunft der Energie auf Grundlage unserer Technologie“, sagt Naoki Ota, Präsident und CEO von 24M. „Unsere Beziehung zu Volkswagen erweitert das 24M-Ökosystem erheblich. Die Investitionen von Volkswagen, die gemeinsame Entwicklung und die Fähigkeit, weltweit zu skalieren, werden die Entwicklung unserer Produktionsplattform beschleunigen, um den herkömmlichen Herstellungsprozess ersetzen und die Einführung von Elektrofahrzeugen rasch voranzutreiben zu können.

Zu den möglichen Vorteilen zählen eine um bis zu 40 Prozent reduzierte Produktionsfläche, erhebliche Einsparungen bei den Investitionen, ein effizienteres Produktrecycling sowie die Verbesserung der CO2-Bilanz der Batterieproduktion. Die Einführung des Verfahrens in die Großserienproduktion ist für die zweite Hälfte des Jahrzehnts geplant, der Abschluss dieser Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen.

Langfristige Vereinbarung mit Vulcan Energy Resources Ltd.

Die Volkswagen AG und Vulcan Energy Resources Ltd. haben einen Vertrag über die Lieferung von CO2-neutralem Lithium aus dem Oberrheingraben in Deutschland unterzeichnet. Der verbindliche Vertrag sieht die Lieferung von Lithiumhydroxid über einen Zeitraum von fünf Jahren ab 2026 vor. Das Produkt wird dazu beitragen, den Bedarf von Volkswagen für die künftige Zellproduktion in Eigenregie in Deutschland und Europa zu sichern. Weitere Aspekte einer möglichen strategischen Partnerschaft werden derzeit verhandelt.

Francis Wedin, Managing Director: „Durch diese Vereinbarung wird Vulcan Energy zu einem wichtigen Partner im Zusammenhang mit dem weltweit wegweisenden Ziel von Volkswagen, klimaneutrale Elektrofahrzeuge zu produzieren – einschließlich aller Rohstoffe in der Batterie-Lieferkette. Wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Konzern, um eine nachhaltige, lokale Lithiumversorgung für den deutschen und europäischen Automobilsektor aufzubauen.“

Vulcan entwickelt derzeit ein Projekt zur CO2-freien Gewinnung von Lithium im Oberrheingraben unter Nutzung einer lokalen, lithiumreichen geothermischen Sole. Das Vulcan Projekt Zero Carbon Lithium zielt darauf ab, eine nachhaltige und regionale Quelle für Lithium aus Europas größter Lagerstätte zu schaffen. Für die Herstellung werden keine fossilen Brennstoffe oder Verdunstungsbecken benötigt.

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