Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2018

12.7.2018. Vom 12. bis 15. Juli 2018 feiert das Goodwood Festival of Speed sein 25-jähriges Jubiläum. Mercedes-Benz Classic präsentiert zu der silbernen Jubiläumsveranstaltung herausragende Fahrzeuge aus der unternehmenseigenen Sammlung.

Weltpremiere hat in Goodwood das von Mercedes-Benz Classic wiederaufbereitete Fahrgestell des Rekordwagens Mercedes-Benz T 80 aus dem Jahr 1939. Außerdem sind die legendären Silberpfeile der 1930er- und 1950er-Jahre zu erleben.

Die Markenbotschafter in diesem Jahr: Klaus Ludwig, Jochen Mass und Bernd Schneider. Das Festival of Speed auf dem Landsitz des Duke of Richmond in England gehört zu den bedeutendsten Veranstaltungen der sportlichen Mobilitätskultur weltweit.

Die „größte automobile Gartenparty der Welt“ jubiliert: Im südenglischen Chichester findet wie in jedem Sommer seit seiner Premiere im Jahr 1993 das Goodwood Festival of Speed statt. Natürlich feiert Mercedes-Benz Classic als Stammgast der renommierten Veranstaltung auf dem Landsitz des Duke of Richmond mit. Von Beginn an hat sich Mercedes-Benz Classic mit spektakulären Silberpfeilen beteiligt.

Zum 25-jährigen Jubiläum präsentiert die Marke mit dem Stern in Goodwood erneut herausragende Renn- und Rekordfahrzeuge aus der Sammlung des Unternehmens. Pilotiert werden diese automobilen Ikonen von den Mercedes-Benz Rennfahrern und Markenbotschaftern Klaus Ludwig, Jochen Mass und Bernd Schneider.

Premiere eines exklusiven Schaustücks

Ein Höhepunkt des Festival of Speed wird die Präsentation des originalen Fahrgestells des Mercedes-Benz Rekordwagens T 80 aus dem Jahr 1939 sein. Der „Rekord-Riese“ ist nach der Wiederaufbereitung durch die Spezialisten von Mercedes-Benz Classic erstmals öffentlich ausgestellt. Der authentisch rekonstruierte Gitterrohrrahmen veranschaulicht auch ohne die Karosserie, die im Mercedes-Benz Museum ausgestellt ist, Form und Dimensionen des beeindruckenden Fahrzeugs. Zusammen mit dem V12-Flugmotor DB 603, von dem ein originaler Schnittmotor eingebaut ist, ermöglicht das Ausstellungsobjekt einzigartige Einblicke in die Technik des Boliden, der seinerzeit eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 650 km/h und damit den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord zu Lande erzielen sollte.

Die Experten von Mercedes-Benz Classic haben den Gitterrohrrahmen, der als Unterbau für die Karosserie fungiert, anhand von Originalzeichnungen rekonstruiert. So wird das Innere des T 80 nun wieder genau so präsentiert, wie es die Ingenieure von Mercedes-Benz vor acht Jahrzehnten konstruiert und gebaut haben. Neben dem Rahmen mit Aggregaten ist das komplette Cockpit mit Lederlenkrad, Pedalerie, Instrumenten und dem nach wie vor mit dem authentischen Stoff bezogenen Fahrersitz im Original erhalten. Die dazugehörige Original-Karosserie einschließlich ihres Gitterrohrrahmen-Unterbaus und der Räder ist seit vielen Jahren Bestandteil der Dauerausstellung im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.

Neben dem T 80 zeigt Mercedes-Benz Classic in Goodwood das Fahrgestell des W 125 Rekordwagens aus dem Jahr 1938. Mit diesem erreicht Rudolf Caracciola im Januar 1938 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt 432,7 km/h und stellt so einen Geschwindigkeitsrekord für öffentliche Straßen auf, der nahezu 80 Jahre Bestand haben soll und erst im November 2017 um wenige km/h gebrochen wird.

Passend zu den beiden Fahrgestellen präsentiert die Stuttgarter Marke beim Festival of Speed auch eine Reihe von sehr hochwertig ausgeführten Rekordwagen-Designmodellen im Maßstab 1:4. Sie sind im Designbereich von Mercedes-Benz entstanden und zeigen die Mercedes-Benz Rekordwagen aus dem Zeitraum von 1936 bis 1939. Dazu gehören auch der T 80 und der W 125 aus dem Jahr 1938.

Rennsport-Legenden in Goodwood

Gleich fünf der historischen Mercedes-Benz Silberpfeile sind während des Festivals of Speed zu erleben, teilweise auch in Fahrt auf der Bergrennstrecke von Goodwood. Ein Mercedes-Benz W 25 aus dem Jahr 1934 steht für die Ursprünge der Silberpfeil-Tradition: Der W 25 ist der erste Rennwagen von Mercedes-Benz für die ab dem Jahr 1934 geltende 750-Kilogramm-Formel. Der Legende nach entsteht seine silberne Farbgebung, weil die Mechaniker vor dem Eifelrennen auf dem Nürburgring über Nacht den weißen Lack abschleifen, um das Gewichtslimit einzuhalten. Der Mercedes-Benz W 125 stammt aus dem Jahr 1937. Auf diesem Fahrzeug wird Rudolf Caracciola Ende der Saison zum zweiten Mal nach 1935 Grand-Prix-Europameister.

Die letzte Entwicklungsstufe der Stuttgarter Grand-Prix-Rennwagen in den 1930er-Jahren ist der Mercedes-Benz 3-Liter-Formel-Rennwagen W 154. Er kommt 1938 und 1939 zum Einsatz. Das in Goodwood gezeigte Fahrzeug stammt von 1939. Einen besonderen Coup landet Mercedes-Benz im selben Jahr mit dem 1,5-Liter-Rennwagen W 165, der ausschließlich für den Großen Preis von Tripolis konstruiert wird. Die Premiere ist zugleich sein einziger Einsatz – das Rennen endet mit einem phänomenalen Doppelsieg für Mercedes-Benz. Die zweite Ära der Silberpfeile in der Mitte der 1950er-Jahre vertritt der Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R mit frei stehenden Rädern aus dem Jahr 1955. Auf diesem Rennwagen wird Juan Manuel Fangio in den Jahren 1954 und 1955 Weltmeister.

Eine weitere Rennsport-Legende ist der 300 SLR, den Mercedes-Benz für die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1955 aus dem erfolgreichen Formel-1-Rennwagen W 196 R entwickelt. Die Doppelsiege bei der Mille Miglia, beim Eifelrennen, beim Großen Preis von Schweden und der Targa Florio (Sizilien), der Dreifachsieg bei der Tourist Trophy in Irland und der Gewinn der Sportwagen-Weltmeisterschaft stellen die Überlegenheit des 300 SLR eindrucksvoll unter Beweis.

Für die jüngere Motorsportgeschichte bringt Mercedes-Benz den CLK-LM und damit den Siegerwagen aus der Internationalen FIA-GT-Meisterschaft 1998 an den Start. Die jüngste Epoche des Motorsports repräsentiert der MERCEDES AMG PETRONAS F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen, mit dem 2014 ein neues Kapitel in der einzigartigen Erfolgsgeschichte des Mercedes-Benz Motorsports beginnt. Dieses Fahrzeug, mit dem Lewis Hamilton 2014 den ersten von bislang vier Fahrertiteln für MERCEDES AMG PETRONAS gewinnt, ist zusammen mit weiteren Formel-1-Rennwagen des Teams auf dem Paddock von MERCEDES AMG PETRONAS ausgestellt.

Festival der automobilen Klassik

Unter dem Motto „Festival of Speed – The Silver Jubilee“ zieht Goodwood in diesem Jahr eine glänzende Bilanz seiner 25 Jahre jungen Geschichte. Premiere hat das Festival Ende Juni 1993 als damals noch eintägiges Fest der automobilen Sportlichkeit. Mit bis zu 5.000 Besuchern rechnen die Organisatoren um Gastgeber Lord March seinerzeit. Tatsächlich folgen auf Anhieb mehr als 25.000 Liebhaber sportlicher Automobile und Motorräder der Einladung mit dem Motto „Relive the Glory of British Racing Green“.

Seither hat sich das Festival kontinuierlich weiterentwickelt – zu einem der renommiertesten Termine im Kalender der Kultur mobiler Sportlichkeit. Die Bandbreite der ausgestellten Fahrzeuge reicht von klassischen Renn- und Sportwagen bis zu aktuellen Supercars und Motorrädern. An den vier Tagen werden im Jubiläumsjahr insgesamt rund 200.000 Besucher erwartet.

In Goodwood, wo seit 1998 auf der nahegelegenen Rennstrecke Goodwood Circuit auch das Goodwood Revival stattfindet, ist der Geist der automobilen Sportlichkeit seit vielen Jahrzehnten zu Hause: Die Bergrennstrecke, die seit 1993 im Mittelpunkt des Festival of Speed steht, hat ihre Wurzeln in den 1930er-Jahren. Damals richtet Frederick Gordon-Lennox, 9. Duke of Richmond und von seinen rennsportbegeisterten Freunden „Freddie“ gerufen, erstmals ein Bergrennen für den Lancia Car Club aus.

An diese Tradition knüpft vor 25 Jahren sein Enkel an, Charles Gordon-Lennox. Der damalige Earl of March and Kinrara, kurz Lord March genannt, trägt seit September 2017 den Titel des 11. Duke of Richmond.

Fahrt in die Zukunft seit 25 Jahren

Das Festival of Speed entwickelt sich seit 25 Jahren immer weiter – so fährt die Vision von Lord March in die Zukunft. Neben der 1,16 Meilen (1,87 Kilometer) langen Bergrennstrecke gibt es seit dem Jahr 2005 die 2,5 Kilometer lange „Rally Stage“, die hauptsächlich aus Waldstrecken besteht. Seit 2010 eröffnet die „Moving Motor Show“ das Festival of Speed: Bei diesem Programm, das jeweils am Donnerstag stattfindet, stellen rund 20 internationale Automobilmarken ihre neuesten Fahrzeuge fahrdynamisch vor.

Am Donnerstag, 12. Juli 2018 beginnt das Goodwood Festival of Speed auch in diesem Jahr mit der „Moving Motor Show“. Dieser erste Tag ist der Beginn der „größten automobilen Gartenparty der Welt“ vor dem Panorama eines englischen Herrenhauses und im dazugehörenden Park. Erstmals öffnet die Familie des Herzogs in diesem Jahr auch den privaten „Library Lawn“ für einen Teil der Besucher. In den für alle Festivalgäste zugänglichen Fahrerlagern sind mehrere Hundert herausragende sportliche Fahrzeuge zu erleben. Viele davon starten von Freitag (13. Juli 2018) bis Sonntag (15. Juli 2018) zu Fahrten auf der Bergrennstrecke oder der „ Rally Stage“. Das Finale ist der „Hillclimb Shootout“ am Sonntag.

Goodwood Festival of Speed 2018:

Die Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic

Klaus Ludwig

Geboren am 5. Oktober 1949 in Bonn, Deutschland

Der von seinen Fans mit dem Ehrennamen „König Ludwig“ ausgezeichnete Rennfahrer und dreifache DTM-Meister Klaus Ludwig beginnt seine Karriere im Motorsport Anfang der 1970er-Jahre mit Slalomrennen, Orientierungsfahrten und Tourenwagenrennen. Zu seinen ersten großen Erfolgen zählen die Meistertitel der Deutschen Rennsport-Meisterschaften (DRM) der Jahre 1979 und 1981 sowie Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in den Jahren 1979, 1984 und 1985. Zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) kommt Ludwig 1985, wo er zunächst für Ford startet und 1988 seinen ersten Titel holt. 1989 wechselt er zum AMG-Mercedes-Team, für das er in den folgenden Jahren bis 1994 zwei Meistertitel (1992 und 1994, Vizemeisterschaft 1991) mit insgesamt 19 Rennsiegen holt. 1995 und 1996 fährt er in der ITC (International Touringcar Championship) für das Opel-Team Rosberg. Danach kehrt er zu AMG-Mercedes zurück und gewinnt zusammen mit Ricardo Zonta 1998 die Fahrer- und Teamtrophäe der Internationalen FIA-GT-Meisterschaft. Danach beendet Ludwig offiziell seine Motorsportkarriere, doch im Jahr 2000 startet er wieder bei den neuen Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und beendet die Saison und auch seine Rennfahrerkarriere mit Platz 3 der Gesamtwertung auf Mercedes-Benz CLK-DTM.

Jochen Mass

Geboren am 30. September 1946 in Dorfen bei Erding

Jochen Mass, ursprünglich gelernter Seemann, beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa-Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit gewinnt er 1972 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel dazu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975 bis 1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March). 1984 startet er auf Mercedes-Benz 500 SLC (C 107) bei der Rallye Paris–Dakar. Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er 1988 Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM. Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „ Seelenverwandten“ und als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass heute für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start ist. Ob im Silberpfeil W 125 oder im Mercedes-Benz SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.

Bernd Schneider

Geboren am 20. Juli 1964 in St. Ingbert, Deutschland

Fünf DTM-Meistertitel, 226 Rennen mit Rennsport-Tourenwagen von Mercedes-Benz sowie 102 Podestplätze und damit der erfolgreichste Fahrer der Meisterschaft: Zu Recht wird Bernd Schneider „ Mr. DTM“ genannt. Rund zwanzig Jahre lang ist er in dieser Rennserie präsent. Doch seine Karriere beginnt viel früher und verzeichnet auch andere Titel. Erste Erfolge erzielt er bei Kartrennen und in der Formel 3. Er startet auch in der Formel 1, bei den 24 Stunden von Le Mans und in der FIA-GT-Meisterschaft, die er im Jahr 1997 gewinnt. Doch seine ganz große Bühne ist die DTM, dort feiert er seine glanzvollsten Erfolge: Schneider fährt ab 1992 für AMG-Mercedes und holt für das Team den Meistertitel der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft des Jahres 1995, nachdem er 1992 und 1993 jeweils Dritter der Gesamtwertung geworden ist. Nach der Neuauflage der DTM als Deutsche Tourenwagen-Masters ab 2000 holt Schneider die Meistertitel in den Jahren 2000, 2001, 2003 und 2006. Hinzu kommt 2002 die Vizemeisterschaft. 2008 verkündet er dann den Rückzug aus der DTM und bestreitet sein letztes Rennen am 26. Oktober 2008 auf dem Hockenheimring. Im Anschluss an diese großartige Karriere geht Bernd Schneider von 2010 bis 2014 im Kundensportprogramm von Mercedes-AMG an den Start und eilt wiederum von Sieg zu Sieg. Sein Fachwissen gibt Bernd Schneider zudem als Instruktor der AMG Driving Academy an Kunden von Mercedes-Benz weiter. Darüber hinaus ist er als Testfahrer und Markenbotschafter für Mercedes-AMG und Mercedes-Benz Classic aktiv.

Goodwood Festival of Speed 2018:

die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic

Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Formel-Rennwagen W 25 (1934)

Der W 25 ist der erste Mercedes-Benz Rennwagen für die ab 1934 gültige neue Grand-Prix-Formel. Das Fahrzeuggewicht ist ohne Betriebsstoffe und Reifen auf 750 Kilogramm begrenzt. So wollen die Organisatoren die Leistung der Rennwagen und damit die möglichen Höchstgeschwindigkeiten beschränken. Die Konstrukteure bei Mercedes-Benz setzen auf ein klassisches Fahrzeugkonzept mit vorn eingebautem Motor und angetriebenen Hinterrädern. Der Reihenachtzylinder hat anfänglich 3,4 Liter Hubraum und ist mit Kompressoraufladung ausgerüstet. Im Juni 1934 gewinnt Manfred von Brauchitsch gleich das erste Rennen des W 25 und begründet damit die einzigartige Erfolgsgeschichte der Silberpfeile. 1935 verhilft der W 25 Rudolf Caracciola zum Titelgewinn in der Europameisterschaft und 1936 immerhin zu zwei Grand-Prix-Siegen. Das ausgestellte Fahrzeug ist eine Rekonstruktion und wurde dem Siegerwagen des Eifelrennens von 1934 bis hin zu den Spuren des Renneinsatzes originalgetreu nachempfunden.

Technische Daten Mercedes-Benz W 25
Einsatz: 1934 bis 1936
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 3.364 cm3
Höchstleistung: 260 kW (354 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Formel-Rennwagen W 125 (1937)

Der Mercedes-Benz W 125 ist ebenfalls nach der 750-Kilogramm-Formel gebaut, die das Reglement der Grand-Prix-Rennwagen seit 1934 bestimmt. Nach dem für Mercedes-Benz weniger erfolgreichen Verlauf der Saison 1936 wird der W 125 von Grund auf neu entwickelt. Rudolf Uhlenhaut, der neu ernannte Technische Leiter der Rennabteilung, setzt für das Chassis auf ein revolutionäres Konzept mit weicher Federung und starker Dämpfung, und die Motorleistung wird auf bis zu 435 kW (592 PS) gesteigert. Mit großem Erfolg: Der W 125 gewinnt nicht nur seinen ersten Renneinsatz, den Großen Preis von Tripolis, sondern erzielt 1937 in zwölf internationalen Rennen sechs erste, neun zweite und sechs dritte Plätze. Noch bis Anfang der 1980er-Jahre gilt er als leistungsstärkster Wagen, der je in Grand-Prix-Rennen gestartet ist. Rudolf Caracciola gewinnt 1937 auf dem W 125 zum zweiten Mal die Europameisterschaft, aus der sich nach dem Zweiten Weltkrieg die heutige Formel-1-Weltmeisterschaft entwickelt.

Technische Daten Mercedes-Benz W 125
Einsatz: 1937 Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 5.663 cm3
Höchstleistung: 435 kW (592 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h

Mercedes-Benz 3-Liter-Formel-Rennwagen W 154 (1939)

Der W 154 ist die Antwort von Mercedes-Benz auf das neue Reglement, das 1938 für die Grand-Prix-Europameisterschaft in Kraft tritt. Als entscheidender technischer Faktor ist nun der Hubraum begrenzt: Maximal 3,0 Liter mit oder 4,5 Liter ohne Kompressor. Durch die Hubraumbeschränkung möchte der internationale Motorsportverband die Motorleistung und damit die Geschwindigkeit der Rennwagen reduzieren. Mercedes-Benz setzt erneut auf die bewährte Kompressoraufladung und entwickelt einen V12-Motor, der 333 kW (453 PS) bei 8.000/min leistet. Trotz nahezu halbiertem Hubraum ist der W 154 kaum weniger schnell als sein Vorgänger. Er gewinnt 1938 sechs der neun wichtigsten Rennen – darunter sind drei Dreifachsiege und ein Doppelsieg. Rudolf Caracciola gewinnt 1938 auf dem W 154 seinen dritten Europameistertitel. 1939 siegt der gründlich überarbeitete und leistungsgesteigerte W 154 in sieben Rennen fünfmal. Erfolgreichster Fahrer ist diesmal Hermann Lang, der vier der fünf Siege erringt.

Technische Daten Mercedes-Benz W 154
Einsatz: 1938 bis 1939
Zylinder: V12
Hubraum: 2.963 cm3
Leistung: 344 kW (468 PS)
Höchstgeschwindigkeit: rund 300 km/h

Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 (1939)

Den W 165 entwickelt Mercedes-Benz für ein einziges Rennen – den Großen Preis von Tripolis in Libyen im Jahr 1939. Die Veranstalter haben dieses Rennen in der italienischen Kolonie nur für Fahrzeuge der Voiturette-Formel mit 1,5-Liter-Motor ausgeschrieben. Damit soll die deutsche Konkurrenz ausgebootet werden. Denn weder Mercedes-Benz (Tripolis-Sieger in den Jahren 1935, 1937 und 1938) noch die Auto Union (Sieger 1936) haben einen Rennwagen für diese Klasse. Doch die Stuttgarter Rennabteilung nimmt die Herausforderung an und baut in weniger als acht Monaten einen völlig neuen Monoposto für die 1,5-Liter-Formel. Zwei W 165 gehen am 7. Mai 1939 gegen die zahlenmäßig übermächtige Konkurrenz von 28 rot lackierten Alfa Romeo und Maserati Rennwagen an den Start und erzielen einen triumphalen Doppelsieg: Hermann Lang gewinnt das spektakuläre Wüstenrennen zum dritten Mal, Rudolf Caracciola wird Zweiter. Der schnellste italienische Wagen geht mit gut vier Minuten Rückstand auf die Silberpfeile durchs Ziel.

Technische Daten Mercedes-Benz W 165
Einsatz: 1939 Zylinder: V8
Hubraum: 1.493 cm3
Höchstleistung: 187 kW (254 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 272 km/h

Mercedes-Benz W 125 Zwölfzylinder-Rekordwagen-Fahrgestell (1938)

Nach der für Mercedes-Benz nicht zufriedenstellenden Rekordwoche im Oktober 1937 wird der Mercedes-Benz Rekordwagen im Windkanal vermessen und grundlegend überarbeitet. Die Karosserie hat einen nochmals verbesserten, sensationell günstigen cW-Wert von nur 0,17. Möglich wird dies durch Umstellung auf Eiskühlung: Um auf den herkömmlichen Kühllufteinlass verzichten und damit den Luftwiderstand verringern zu können, wird vor den Kühler ein mit Eis und Wasser gefüllter Kasten von rund 100 Liter Inhalt montiert. Dadurch kann der Lufteinlass auf die für die Ansaugluft notwendige Größe reduziert werden. Der 5,6-Liter-Zwölfzylindermotor wird durch zwei Zusatz-Schiebervergaser auf ein Leistungsniveau von 562 kW (765 PS) gebracht. In diesem vollkommen neu entwickelten Rekordwagen fährt Rudolf Caracciola im Januar 1938 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt 432,7 km/h. Dieser Weltrekord für die höchste Geschwindigkeit auf öffentlichen Straßen hat fast 80 Jahre lang Bestand.

Technische Daten Mercedes-Benz W 125 Zwölfzylinder-Rekordwagen
Einsatz: 1938
Zylinder: V12
Gesamthubraum: 5.577 cm3
Leistung: 562 kW (765 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 437 km/h

Mercedes-Benz Rekordwagen T 80, Fahrgestell (1939)

Der T 80 geht auf den Rennfahrer Hans Stuck zurück, der 1936 schnellster Mann der Welt werden will. Er lässt von Ferdinand Porsche einen Rekordwagen konstruieren, der von Daimler-Benz gebaut wird und einen Mercedes-Benz Flugmotor als Antrieb nutzen soll. Für die Zielgeschwindigkeit von 600 bis 650 km/h wird ein Leistungsbedarf von 2.206 bis 2.574 kW (3.000 bis 3.500 PS) errechnet, den der noch in Entwicklung befindliche Flugmotor DB 603 abdecken soll. Den für Februar 1940 auf der Autobahn bei Dessau geplanten Rekordversuch verhindert der Zweite Weltkrieg. Der Rekordmotor wird demontiert und der Wagen eingelagert. Die Originalkarosserie mit ihrem Rohrrahmen-Unterbau ist seit langem im Mercedes-Benz Museum ausgestellt. Das originale Fahrgestell ist als eigenständiges Ausstellungsstück hier zum ersten Mal zugänglich. Um einen realistischen Eindruck zu vermitteln, ist es vom Mercedes-Benz Classic Center mit einem originalgetreu rekonstruierten Rohrrahmen und einem DB 603 Schnittmotor komplettiert worden.

Technische Daten Mercedes-Benz Rekordwagen T 80
Zylinder: V12
Hubraum: 44.522 cm3
Höchstleistung (geplant): 2.206 bis 2.574 kW (3.000 bis 3.500 PS)
Höchstgeschwindigkeit (geplant): 600 bis 650 km/h

Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R (1955)

Mit dem W 196 R kehrt Mercedes-Benz 1954 nach 15 Jahren Unterbrechung in den Grand-Prix-Sport zurück. Der neue Formel-1-Wagen ist nach dem gerade erst in Kraft getretenen Reglement konstruiert, das maximal 2,5 Liter Hubraum vorschreibt. Gleich beim ersten Rennen am 4. Juli 1954 in Reims landen Juan Manuel Fangio und Karl Kling einen Doppelsieg. An den Start geht die futuristisch anmutende, für schnelle Rennstrecken konzipierte Version mit Stromlinienkarosserie. Bei den meisten Formel-1-Rennen der Jahre 1954 und 1955 kommt jedoch die Version mit frei stehenden Rädern zum Einsatz. Diese ist für kurvenreiche Strecken besser geeignet, weil der Fahrer die Vorderräder stets im Blick hat. Die Premiere dieser Variante beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring im August 1954 endet ebenfalls mit einem Sieg von Juan Manuel Fangio. Der W 196 R erringt 1954 drei weitere Siege, im Folgejahr sogar sechs, und Fangio wird in beiden Jahren Formel-1-Weltmeister.

Technische Daten Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R
Einsatz: 1954 bis 1955
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 2.497 cm3
Leistung: 188 kW (256 PS) bis 213 kW (290 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 300 km/h

Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S, 1955)

Den 300 SLR (W 196 S) entwickelt Mercedes-Benz für die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1955 aus dem erfolgreichen Formel-1-Rennwagen W 196 R. Neben der zweisitzigen Karosserie besteht der Hauptunterschied im Motor: Der Rennsportwagen ist nicht an das Hubraumlimit der Formel 1 gebunden und wird von einer Dreiliter-Version des Reihenachtzylinders angetrieben, die keinen speziellen Rennkraftstoff benötigt, sondern mit regulärem Superbenzin läuft. Sein hohes Leistungspotenzial sowie seine Standfestigkeit und Zuverlässigkeit machen den 300 SLR seinen Konkurrenten weit überlegen. Nach dem bis heute nicht übertroffenen Rekordsieg von Stirling Moss und Denis Jenkinson bei der Mille Miglia 1955 – dem ersten Renneinsatz des 300 SLR – ist auch die weitere Bilanz mehr als beeindruckend: Doppelsiege beim Eifelrennen, beim Großen Preis von Schweden und der Targa Florio (Sizilien), Dreifachsieg bei der Tourist Trophy in Irland und Gewinn der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1955.

Technische Daten Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen
Einsatz: 1955
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 2.982 cm3
Leistung: 222 kW (302 PS)
Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h

Mercedes-Benz GT-Rennsportwagen CLK-LM (1998)

1997 lebt die Sportwagenszene mit der Einführung der FIA GT-Meisterschaft wieder auf. Für die neue Rennserie entwickeln Mercedes-Benz und AMG in nur 128 Tagen den CLK-GTR. Mit seinem 6-Liter-V12-Motor dominiert er die Saison 1997, gewinnt sechs von elf Rennen und erringt dabei vier Doppelsiege. Am Ende der Saison ist AMG-Mercedes Sieger der Teamwertung, und Bernd Schneider gewinnt die Fahrerwertung. Der weiterentwickelte CLK-LM mit einem 5-Liter-V8-Motor kommt ab Ende Juni 1998 anstelle des CLK-GTR zum Einsatz und beherrscht das Renngeschehen noch stärker als sein Vorgänger: Er gewinnt auf dem Hockenheimring nicht nur gleich seinen ersten Renneinsatz, sondern auch die folgenden sieben Rennen der Saison. Nach den beiden Siegen des CLK-GTR sichert diese Rekordleistung für AMG-Mercedes erneut den Gewinn der Teamwertung. Beim spannenden Finale in Laguna Seca, Kalifornien, gewinnt Klaus Ludwig zusammen mit dem Brasilianer Ricardo Zonta den Fahrertitel der FIA GT-Meisterschaft.

Technische Daten Mercedes-Benz GT-Rennsportwagen CLK-LM
Einsatz: 1998
Zylinder: V8
Hubraum: 4.986 cm3
Leistung: 441 kW (600 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 360 km/h

MERCEDES AMG PETRONAS F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen (2014)

In der Saison 2014 erlebt die Formel 1 die Geburt eines revolutionären Reglements. Ab sofort steht die Hybrid-Power im Mittelpunkt der Königsklasse des Motorsports. Der von Grund auf neu konstruierte Silberpfeil F1 W05 Hybrid ist das komplexeste Formel-1-Auto, das Mercedes-Benz bis dahin gebaut hat. Angetrieben wird das Fahrzeug von der PU106A Hybrid Power Unit, einem 1,6-Liter-V6-Verbrennungsmotor mit einem einstufigen Turbolader und Kompressor. Dieser ist kombiniert mit dem neuen Hybrid Energie-Rückgewinnungssystem (ERS) mit elektrischen Motoren, die sowohl kinetische Energie als auch Abwärme-Energie verarbeiten können. Mit diesen sowie vielen weiteren innovativen Technologien wird eine Effizienzsteigerung von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Der neue F1 W05 Hybrid führt das Team MERCEDES AMG PETRONAS F1 zum Gewinn der Konstrukteursweltmeisterschaft 2014 und verhilft Lewis Hamilton im gleichen Jahr zum Gewinn seines zweiten WM-Titels.

Technische Daten MERCEDES AMG PETRONAS F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2014
Zylinder: V6
Hubraum: 1.600 cm3
Leistung Energierückgewinnungssystem: 120 kW (161 PS)

 

Juan Manuel Fangio

Juan Manuel Fangio (Startnummer 658) kurz nach dem Start zur Mille Miglia 1955 in Brescia im Mercedes-Benz Typ 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S). Er beendet das Rennen als Zweiter, hinter Stirling Moss und Denis Jenkinson ebenfalls auf 300 SLR Rennsportwagen.